Visual-Standards-Rechner: Easy, Flexibel oder MacGyver?
Was kostet die Umsetzung visueller Standards in Power BI mit 3rd-Party-Visuals, Open Source, Deneb oder Core Visuals? Leitgedanke: Standard zuerst, nur so individuell wie nötig. Der Rechner prüft deshalb zuerst, ob es einen fachlichen Grund gibt, von den Core Visuals abzuweichen, und vergleicht dann in fünf Schritten Mengengerüst, Anforderungen, K.O.-Kriterien und Annahmen. Er liefert eine Indikation mit Bandbreiten, keine Preisauskunft: Alle Annahmen sind editierbar und mit ihrer Quellenlage markiert.
Schritt 1
Mengengerüst
Wer baut, wer liest, wie viel wird gebaut? Paid Visuals skalieren mit den Viewern, alle anderen Ansätze mit Chart-Typen und Erstellern. Dieses Verhältnis entscheidet mehr als jeder Listenpreis.
Presets:
Personen, die Reports mit den Standard-Visuals bauen und warten.
Microsoft-Szenario: rund 9 Viewer je Ersteller. Bei Paid Visuals braucht jeder Viewer eine Lizenz.
Reports, die nach dem Standard gebaut werden (Übersicht, Analyse, Detail).
Abweichungsdiagramm, Wasserfall, Tabelle mit Δ-Spalten, KPI-Karte, Zeitreihe AC/PY/PL/FC.
Forrester rechnet 3 Jahre, Gartner-TCO 5. Zehn Jahre zeigen, wie Lizenz und Wartung den Invest überholen.
Wer darf Standard-Reports bauen? Das Betriebsmodell verschiebt oft mehr Kosten als die Werkzeugwahl: Es bestimmt, wie viele Ersteller tief geschult werden, wie viele Chart-Varianten entstehen und wie viel Governance nötig ist.
Bleibt der heutige Ansatz, kostet der Wechsel 0 €. Jeder andere Ansatz trägt den Nachbau des Bestands.
Reports auf dem heutigen Ansatz, die beim Wechsel neu gebaut werden.
Schritt 2
Anforderungen bewerten
Priorisiert nach MoSCoW. Die Kästchen zeigen auf einer 5er-Skala, wie gut jeder Ansatz die Anforderung erfüllt. Must + 1 = K.O., Must + 2 = nur per Workaround. Should und Could fließen in den Anforderungs-Score ein. Klick auf ein Kästchen überschreibt die Bewertung mit eurer eigenen Einschätzung.
Anforderungen und Erfüllungsgrad
1 = nicht möglich · 2 = nur Workaround · 3 = eingeschränkt · 4 = gut · 5 = sehr gutVoreinstellung: Daten-WG-Einschätzung, Stand 09/2026. Eigene Bewertungen sind gepunktet umrandet und im Share-Link enthalten.
Schritt 3
Red Flags und Governance-Schalter
Harte Rahmenbedingungen aus Tenant, IT-Security oder Einkauf. Sie wirken als K.O.-Filter vor dem Rechnen. Ausgeschlossene Optionen bleiben im Ergebnis sichtbar, unter dem Strich und mit Begründung.
Schritt 4
Annahmen mit Bandbreiten
Jede Annahme als Dreipunkt-Schätzung (min · wahrscheinlich · max). Das Ergebnis wird daraus per PERT-Verteilung und 1.500 Simulationsläufen als P10 / P50 / P90 berechnet. Die Felder sind vorbelegt und müssen nicht angefasst werden. Wenn ihr nur zwei Zahlen ändert, dann den Stundensatz intern und die Stunden je Chart-Typ. Quellenlage aller Annahmen:
Globale Annahmen
Gelten für alle vier Ansätze.
Annahmen je Ansatz
Lizenz-Indikation:
Vverifiziert (Microsoft Learn, GitHub, Hersteller)SSuch-Snippet der Primärquelle, nicht direkt geprüftFFaustregel aus Blogs / BeraterpraxisEAutoren-Schätzung Daten-WG, keine QuellePExpertenpanel: 20 per Sprachmodell simulierte Rollenprofile, keine ErhebungNeigene Annahme (von euch geändert, Ursprung im Tooltip)
Schritt 5
Ergebnis und Einschätzung
Gesamtkosten über den Horizont, Kosten je Viewer und Jahr, Invest gegen laufende Kosten. Die Rangfolge ist eine Indikation unter Unsicherheit der Eingaben.
Begriffe kurz erklärt
P10 / P50 / P90
In 10 %, 50 % bzw. 90 % der 1.500 Simulationsläufe lagen die Kosten unter diesem Wert. P50 ist die „mittlere“ Zahl, P10 bis P90 die Spanne, mit der ihr rechnen solltet.
PERT
Dreipunkt-Schätzung (min, wahrscheinlich, max), aus der eine Wahrscheinlichkeitsverteilung gebildet wird. Der Erwartungswert ist (min + 4·wahrscheinlich + max) / 6.
MoSCoW
Must (ohne geht es nicht), Should (wichtig), Could (schön), Won't (diesmal nicht). Must mit Erfüllungsgrad 1 ist ein K.O.
K.O.
Der Ansatz ist ausgeschlossen, bleibt aber mit Kosten sichtbar, damit der Preis der Rahmenbedingung erkennbar ist.
Barwert
Spätere Zahlungen mit dem Kalkulationszins abgezinst. Bei 10 Jahren macht das einen Unterschied, bei 3 kaum.
–
Diese Bandbreiten entstehen aus den gewählten Modellannahmen. Sie sind keine empirisch abgesicherte Prognose tatsächlicher Projektkosten. Die Rangfolge gilt nur für den beschriebenen Leistungsumfang (Standard-Charts, kein Datenmodell, keine Datenaufbereitung), die betrachteten Produktfamilien und die angezeigten Rahmenbedingungen. Wer die Annahmen ändert, sieht am Badge weiterhin die ursprüngliche Quellenlage.
100 % = reine Kostenrangfolge. Nach links verschieben, um weiche Nutzen (Should/Could-Erfüllung) mitzugewichten. Nutzwertanalyse-Warnung: Gewichte sind subjektiv, deshalb sichtbar und verschiebbar.
„je Nutzer und Jahr“ teilt alle Beträge durch die gewählte Nutzerbasis und den Horizont. Der Break-even zeigt dann, wie stark Aufbaukosten sich mit der Viewer-Zahl verteilen.
Kostenstruktur je Ansatz
Balken = Kategorien (Erwartungswerte), Beschriftung = P50, Strich darunter = P10–P90. Aufbau, Migration und Schulung sind Invest, Lizenz, Wartung und Governance laufen jedes Jahr.
Break-even über die Viewer-Zahl
Referenzrechnung mit mittleren Annahmen in Abhängigkeit von der Viewer-Zahl. Paid steigt mit jeder Lizenz, die anderen mit Support, Nachfrage und Governance-Stufen. Punkte markieren, ab wie vielen Viewern ein Ansatz günstiger als Paid wird.
Was treibt das Ergebnis?
Sensitivität: jede Annahme auf ihr Minimum bzw. Maximum gesetzt, alle anderen auf dem Erwartungswert.
Kumulierte Kosten über die Jahre
Jahr 0 = Invest (Aufbau, Schulung, Rollout). Danach Lizenz, Wartung, Support und anteiliges Risiko.
Kostentabelle P50 · in €
Einschätzung
Vorteile, Nachteile und versteckte Kosten
Textbausteine je Ansatz, ergänzt um eure Eingaben. Die versteckten Kosten sind die Posten, die in Lizenzvergleichen meist fehlen.
Ausblick am Rand: Fabric Apps
Seit Mai 2026 in Public Preview (Rayfin SDK und CLI seit Juni 2026): Datenmodelle in TypeScript erzeugen automatisch eine eigene SQL-Datenbank in Fabric plus GraphQL-API, darauf laufen React-Apps mit Copilot-Unterstützung beim Bauen. Es ist kein Reporting-Layer auf dem bestehenden Semantikmodell. Voraussetzung ist eine Fabric-Capacity, abgerechnet wird über Capacity Units. Microsoft positioniert Fabric Apps als Ergänzung zu Reports, nicht als Ersatz. Für visuelle Standards heißt das: ein fünfter Weg mit Entwicklungs- statt Lizenzkosten, der in diesem Rechner noch nicht modelliert ist. Quelle: Microsoft Learn, Fabric Apps overview.
Schritt 6
Wie sicher ist das Ergebnis? Monte-Carlo-Seite erzeugen
Erzeugt aus euren Eingaben eine eigene Auswertungsseite: Verteilung der Kosten je Viewer, Sicherheit der Rangfolge, hart gegen weich, Erstellung gegen Nutzung, Sensitivität, Paid gegen Open Source und eine Skalen-Simulation bei eurem Verhältnis Ersteller : Viewer. Alles rechnet lokal im Browser, nichts wird übertragen.
Jede Größe wird je Szenario per PERT gezogen: wahrscheinlichster Wert = eure Eingabe, Minimum und Maximum = eure Eingabe minus bzw. plus Schwankungsbreite. Ersteller, Viewer, Reports, Charts je Report und Chart-Typen werden auf ganze Zahlen gerundet.
„Mengengerüst und Annahmen“: alle Dreipunkt-Annahmen aus Schritt 4 werden durch ± Schwankungsbreite um ihren wahrscheinlichen Wert ersetzt. „nur Mengengerüst“: die Annahmen behalten ihre Bandbreiten aus Schritt 4, nur Ersteller, Viewer, Reports, Charts und Chart-Typen schwanken.
2.000 reichen für stabile Mittelwerte und Ränge, 5.000 für glatte Verteilungen. Die Skalen-Simulation nutzt je Punkt ein Viertel davon.
Die Seite öffnet sich in einem neuen Tab (Pop-up-Blocker ggf. erlauben). Sie enthält nur die Zahlen dieser Simulation und keine Eingabefelder; zum Weitergeben „Als HTML speichern“. Die Rangfolge dort ist eine reine Kostenrangfolge über alle vier Ansätze: Anforderungen und Red Flags wirken nicht hinein, in Schritt 5 ausgeschlossene Ansätze werden auf der Seite nur markiert.
Anhang
Quellen, Annahmen, Methodik
Ehrlichkeits-Hinweis: Für „Stunden je Chart“ existiert in Literatur und Blogs keine belastbare Zahl. Die Voreinstellungen für Aufbau, Wiederverwendung, Setup, Schulung, Wartung, Breaking-Updates und Anwender-Support stammen aus einem simulierten Expertenpanel (20 Rollenprofile von Consultant bis Revision, unabhängig per Sprachmodell geschätzt, Median je Wert; Rohdaten im Repository unter sessions/). Das ist eine strukturierte Meinung, keine Messung, und die wichtigste Stellschraube des Modells. Eigene Erfahrungswerte gehören hier hinein. Vendor-Zahlen wie „46 % schneller“ oder „10x“ wurden bewusst nicht als Voreinstellung übernommen, weil sie Lesegeschwindigkeit und Bauzeit vermischen. Preise stammen überwiegend aus Such-Auszügen der Herstellerseiten (Stand 09/2026) und sind vor einer Entscheidung beim Hersteller zu prüfen.