Neben der ChartKitchen gibt es jetzt ein zweites, eigenständiges Power-BI-Custom-Visual aus der Daten-WG-Küche: P&L Statement byDatenWG. Es macht genau eine Sache — die Gewinn- und Verlustrechnung — und die im IBCS-inspirierten Layout: Kontenhierarchie aus der Dimensionstabelle, Summen- und Formelzeilen, Szenarien AC · PY · PL · FC mit Δ-Balken. Ab heute als Beta zum Ausprobieren.
Eine GuV ist kein Diagramm. Sie ist eine Tabelle mit Gedächtnis: Zeilen, die zueinander gehören, Zwischensummen, die sich aus Kindern ergeben, Formelzeilen wie EBITDA oder Bruttomarge, Kostenzeilen, die negativ rechnen und positiv angezeigt werden — und ein „unter Plan", das bei Umsatz schlecht und bei Kosten gut ist. Das mit einer Matrix und ein paar bedingten Formatierungen nachzubauen, kostet jedes Mal einen Nachmittag, und das Ergebnis ist trotzdem starr.
Genau diese Lücke füllt das neue Visual. Man bindet die Kontendimension und die Kennzahlen — und bekommt das Statement inklusive Struktur, Vorzeichenlogik und Abweichungen.
Weil Controlling-Berichte eine Sprache haben, die man nicht jedes Mal neu erfinden sollte. Das Visual übernimmt die Notation, statt sie zu interpretieren: Ist solide dunkelgrau, Vorjahr grau, Plan weiß mit Rahmen, Forecast schraffiert. Abweichungen als Balken neben der Zahl, mit einer identischen Skala je Δ-Spalte über alle Zeilen — sonst vergleicht das Auge Balkenlängen, die nichts miteinander zu tun haben. Labels außerhalb, positives Vorzeichen explizit, kein Gitternetz, weißer Grund.
Eine Abweichung ist bewusst dokumentiert: statt des klassischen IBCS-Grüns steht ein Teal-Ton für günstige Abweichungen — lesbar auch bei Rot-Grün-Sehschwäche. Wer die reine Lehre will, schaltet im Formatbereich auf „IBCS classic green"; der Hinweis in Legende und Fußzeile verschwindet dann mit.
Der Kern ist der Rechenkern: unbalancierte Kontenhierarchien in beliebiger Tiefe — entweder als Parent-Child oder, häufiger, als Ebenen-Spalten L1..Ln aus einem Sternschema. Zwischensummen entstehen dabei automatisch aus den Pfaden; Formelzeilen referenzieren andere Zeilen über ihren Namen ([Gross profit]+[Operating expenses]), auch Formel auf Formel, mit Zirkelbezugs-Erkennung. Waisen-Konten landen sichtbar in „Nicht zugeordnet" statt still zu verschwinden — ein Datenqualitäts-Signal, kein Fehler.
Wie schon die ChartKitchen ist dieses Visual KI-gestützt entstanden: gesteuert von einer Person mit Controlling- und BI-Hintergrund, geschrieben von einem KI-Agenten, verifiziert über Tests und die öffentliche Git-Historie. Das steht hier nicht als Marketing, sondern als Einordnung — wer wissen will, wie belastbar so etwas ist, soll es nachlesen können. Der Rechenkern ist bewusst frei von Power-BI-Abhängigkeiten und isoliert getestet, weil ein Reconciliation-Fehler in einer GuV der schnellste Weg wäre, Vertrauen zu verlieren: 28 Engine-Testblöcke, Headless-Render-Tests aller Testfälle und über 260 Interaktions-Checks laufen bei jeder Version.
Die ausführliche Rechnung dazu — was so ein Stand klassisch gekostet hätte und warum nicht die KI allein den Unterschied macht — steht im Thesenpapier „Zehn Tage bis zum marktfähigen Stand".
.pbiviz-Datei. Bekannte Grenzen: das DataView-Limit von 30.000 Zeilen wird sichtbar gemeldet statt still gekappt, es gibt noch kein virtuelles Scrolling für sehr viele gleichzeitig aufgeklappte Zeilen, und der Waterfall arbeitet auf der Wurzelebene der Hierarchie. Erst in einem Testbericht ausprobieren, dann entscheiden.
Der Schnellstart zeigt beide Wege in das Visual — die normale Hierarchie in zwei Minuten und die volle GuV mit Formelzeilen. Demo-Daten liegen im Repo.